19.9. Oviedo

Weil wir fast zwei Tausend Kilometer westlicher sind, beginnt hier der Tag spürbar länger. So gingen wir heute erst um zehn in die Stadt. Vorher konnten wir in aller Ruhe die Wahlkarten ausfüllen und verschicken, die vor uns hier per Post eingetroffen sind. Das Zentrum liegt nur ein paar Minuten zu Fuß vom Hotel. Zuerst gingen wir zur Kathedrale und dann durch die Fußgängerzone. Es gibt hier viele Skulpturen die meistens das Leben in früheren Zeiten darstellen.

Über den Markt auf Plaza del Fontan spazierten wir dann in den San Francisco Park um sich auszuruhen. An dem Kalender aus Rasenstücken habe ich gefragt, warum gerade das heutige Datum dort steht. Eine Frau sagte mir, dass sie es jeden Tag ändern.

Dann gingen wir an einem Springbrunnen vorbei zurück zur Kathedrale, wo wir gegessen haben.

Nach dem Essen schauten wir uns noch ein paar Gassen und Skulpturen an und gingen langsam ins Hotel.

18.9. Von Sobrepiedra nach Oviedo – Sierra del Sueve

Die Fahrt nach Oviedo war relativ kurz und so suchten wir nach einem Programm zwischendurch. Wir wollten zum Infozentrum vom Park Sierra del Sueve, das in Gobiendes liegt. Unterwegs machten wir noch einen Halt am Mirador El Fitu. Oben auf dem Aussichtsplatz war eine 360 Grad Panoramakarte, wo man sehen konnte, was man alles sehen könnte, wäre der Nebel nicht so dicht.

Wenn wir schon so hoch fuhren, wollten wir nicht so leicht aufgeben. Wir blieben eine halbe Stunde im Auto, hörten uns ein beliebtes Audiobuch an und warteten bis die Sonne durchkommt. Und es hat gelohnt. Die Aussichten bis auf die Küste waren herrlich. Wir sahen auch, dass hier wie in Australien die Eukalypten wachsen.

Im Infozentrum in Gobiendes fand ich eine schöne Wanderung von La Isla über die Klippen der Küste entlang nach Westen. Wir parkten im Dorf und gingen dorthin. Wir bewunderten die alten Holzhäuser auf den Steinen die wir vor Jahren bei Zermatt in der Schweiz sahen. Das Wetter war unangenehm schwül und die Sonne war meistens hinter den Wolken versteckt.

Wir gingen mehr weniger ziellos, genossen die Landschaft und planten, dass wir einmal umdrehen, wenn es uns keinen Spaß mehr macht. Dann aber bekam unsere Wanderung plötzlich ein Ziel und einen Sinn. Ein Zeiger verwies uns auf die Bar Caleya in Huerres. Sowohl Jitkas Lachs als auch meine gefüllten Zwiebeln waren exzellent, nicht gesprochen über gutes Bier.

Der Rückweg war mit den vollen Bäuchen etwas schwieriger, dafür schien die Sonne freundlicher. Mit dem Foto der Kirche in La Isla konnten wir dann die Wanderung abschliessen. Nach einer weiteren Stunde kamen wir im Hotel Oca Santo Domingo Plaza in Oviedo an.

17.9. Sobrepiedra – Lagos de Covadonga

Dank den guten Erlebnissen von gestern haben wir uns entschieden wieder zu den Seen zu fahren. Unten war es neblig und oben schön sonnig. Es waren wie gestern viele Ziegen auf der Strasse. Vom Parkplatz Buferrera gingen wir diesmal auf die große Runde in der anderen Richtung. Zur Abwechslung wählten wir diesmal den Abstecher durch Monte Palomberu. Dieser Abschnitt war etwas schwieriger aber schön durch die Felsen und Bäume. Es hat wahrscheinlich in der Nacht geregnet, es gab etwas Schlamm und rutschige Stellen. Vorbei am Lago La Ercina kamen wir zum Restaurant Maria Rosa wo wir wie gestern gegessen haben.

Nach dem guten Essen gingen (bzw. schleppten wir uns mühsam) zum Mirador de La Picota. Dieser Aussichtspunkt liegt oben zwischen den beiden Seen. Das Wetter hat sich aber inzwischen verschlechtert und so waren die Fotos nicht zu schön.

Zum Busparkplatz gingen wir über das Haus Maqueta, wo wir uns eine audiovisuelle Präsentation samt dem dreidimensionalen Modell der Picos von Europa anschauten. Im Bus hatte ich den besten Fensterplatz, der mir aber dank dem Nebel zum Nichts war. Es war trotzdem ein schöner Tag.

16.9. Sobrepiedra – Lagos de Covadonga

Das Frühstück war sehr gut. In einem kleinen Haus kann man nicht so reiche Auswahl am Büffet erwarten wie in einem großen Hotel. Als uns aber frisch gepresster Orangensaft wiederholt angeboten wurde, hat uns das am Herzen gepackt. Es war sehr neblig, wir ließen uns aber nicht abschrecken und fuhren nach Covadonga zum Parkplatz Nr. 4 und von dort mit dem Bus oben bis zu den Seen. Die Fahrt selbst war ein Erlebnis. Steile, schmale, kurvige Straße wo kaum zwei Busse ausweichen konnten. Außerdem haben manchmal gerade dort die Ziegen einen Jour-fix gemacht. Auf dem Parkplatz Buferrera fotografierten wir die Karte ab, plauderten ein bisschen mit der Frau vom Infozentrum und es ging los in die Berge. Vom Nebel war keine Spur mehr, der blieb im Tal. Jitka wollte am Anfang ein Kalb überreden, dass es sie trägt, es war aber nicht kooperativ.

Wir stiegen zuerst zum Aussichtspunkt Mirador del Principe auf. In der Ferne war der See Lago Enol zu sehen, Wir konnten hier ein unglaubliches Naturschauspiel beobachten. Von der rechten Seite wälzte sich der Nebel über den Bergkamm und stieg links wieder auf.

Dann gingen wir hinunter zum Lago La Ercina und tranken im Restaurant Maria Rosa.

Von hier konnte man eine Abkürzung zurück zum Parkplatz nehmen. Wir haben uns entschieden die ganze längere Runde zu gehen und haben es nicht bereut. Der Weg war zwar ab und zu etwas schwieriger, es gab aber schöne Aussichten und viele Tiere auf den Wiesen.

Als wir zu Lago Enol kamen, schien das Wetter sich zu verschlechtern. Wir haben einen bequemeren kleinen Umweg über die Straße gewählt um zum Busparkplatz zu kommen. Von dort fuhren wir zu unserem Auto und damit dann in das naheliegende Restaurant. Dort gab es den gemütlichen Ausklang unserer heutigen Wanderung.

15.9. Von Las Arenas nach Sobrepiedra – Cangas de Onis

Da wir heute nur etwa 40 km zum Fahren hatten, machten wir einen Zwischenstopp in Cangas de Onis. Das Wetter war neblig, es hätte also keinen Sinn in die Berge zu fahren. Die Stadt liegt auf dem Zusammenfluss von Rio Guena und Rio Sella. Über Rio Sella steht eine alte römische Brücke, die zweifellos größte Touristenattraktion. Wir gingen durch die Fußgängerzone und über die Brücke und auf dem Rückweg haben wir in einem Restaurant gegessen. Interessant ist, dass hier überall erst um eins geöffnet wird.

La Casona de Sobrepiedra ist ein schönes altes Haus mit Internet auf Zimmer. Der einzige Nachteil ist die niedrige Decke. Ich glaube, bevor wir wegfahren, werden wir um ein paar Beulen am Kopf reicher.

14.9. Las Arenas – Ruta del Cares

Heute war die bisher schönste, aber auch die anspruchsvollste Wanderung unserer Reise, die Ruta del Cares. Sie führt entlang des Flusses Cares von Poncebos nach Cain und zurück, eine Strecke ist über 12 km lang. Da wir etwas früher als gestern wegfuhren, konnten wir noch auf dem Parkplatz neben der Standseilbahn einparken. Zuerst mussten wir auf 2,5 km ca. 300 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt Los Collaos aufsteigen. Weil wir in der Früh noch frisch waren, war das kein Problem.

Von hier ging es ein wenig abwärts, der Fluss war schon sehr tief zwischen den steilen Felsen. Da sahen wir auch, dass ein originelles Foto in sozialen Netzen einigen Menschen eines ziemlichen Risikos wert ist.

Dann kam der schönste Teil des Wanderweges. Er war in den Felsenhang geschnitten, führte teilweise durch Tunnels und immer in schwindelerregender Höhe über dem Fluss. Parallel verlief ein betonierter Kanal, vermute, dass das Wasser zu dem Wasserkraftwerk in Poncebos zubringen soll. Die Ziegen sorgten für etwas Abwechslung.

Kurz vor dem Ziel in Cain wurden die Tunnels länger und dunkler (die Taschenlampe kam zum Einsatz), der Flusslauf kam höher und wurde von einer Wehr gesteuert. Im Dorf kam dann endlich Entspannung, Essen und Trinken und wir konnten nach mehr als einer Stunde den Rückweg antreten.

Es gab wieder unzählige wunderschöne Fotomotive.

Beim Abstieg von Los Collaos nach Poncebos spürten wir aber schon, was wir in den Beinen hatten und die Begeisterung wie in der Früh war nicht mehr da. Wir haben alles gut überstanden und morgen in der Früh wird die Müdigkeit schon (mindestens teilweise) vergessen und nur schöne Erinnerungen bleiben.

13.9. Las Arenas – Camarmena, Bulnes

Als wir heute in der Früh aus dem Fenster geschaut haben, war es aussichtslos neblig. Kurz nach dem Frühstück sagte uns aber die Frau des Hauses, dass es oben sonnig ist uns so sind wir nach Poncebos gefahren. Unterwegs war es schon klar, dass sie recht hatte. Wir kamen nach Poncebos und es war fast unmöglich irgendwo einzuparken. Dann gelang es uns doch etwas außerhalb des Dorfes und wir gingen auf eine Wanderung zum Aussichtspunkt Camarmena.

Oben gab es eine liebe Überraschung. Ein paar Minuten vor dem Aussichtspunkt war eine Bar. Vor dem Haus saß die Mutter des Inhabers, die am 8. September 90 Jahre alt war. Ja, die frische Bergluft macht Wunder.

Für den Weg zurück wählten wir die Straße. So konnten wir wieder andere Fotomotive entdecken.

Dann fuhren wir mit der Standseilbahn 400 Höhenmeter in das Dorf Bulnes. Die ganze Strecke führte durch einen Tunnel. Dort aßen wir zuerst in einem Restaurant, das schön an dem Bach stand. Das Dorf selbst war klein, bestand nur aus ein paar Häusern, wobei in jedem zweiten ein Restaurant war. Wir gingen dann noch zum Aussichtspunkt Picu Urriellu, der Aufstieg war aber nicht viel der Mühe wert. Mit der Seilbahn fuhren wir diesmal auch nach unten und mit dem Auto zurück ins Hotel.

12.9. Von Espinama nach Las Arenas – Fuente De

Das Programm von vorgestern, wann es den ganzen Tag geregnet hat, haben wir einfach auf den heutigen Tag verschoben. Es gab seit dem Sonnenaufgang einen blauen Himmel ohne eine einzige Wolke und das war das worauf wir gewartet haben. Wir fuhren nach Fuente De und dann mit der Seilbahn nach oben und dann zu Fuß zurück zum Parkplatz.

Die Panoramen oben waren überwältigend. Außerdem konnten wir einige Vögel und ihre Nester hoch auf den Gipfeln sehen. In einem Restaurant etwa 3 km von der Bergstation der Seilbahn haben wir gegessen und gingen dann langsam die ca. 900 Höhenmeter ins Tal.

Die ersten zwei Drittel der Strecke waren recht leicht auf einer Schotterpiste. Wir konnten auf viele Haustiere beobachten, das Wetter war herrlich und wir glücklich.

Dann aber war es plötzlich aus. Der Weg wurde schmal und steil. Die Beschreibung hat versprochen ständig runter zu gehen. Es war aber nicht so. Es ging rauf und runter, wir waren aber nicht mehr frisch und munter. Wir waren froh, als ich das letzte Panorama kurz vor dem Parkplatz machen konnte.

Die 70 km Autofahrt nach Las Arenas waren problemlos. Ungefähr die Hälfte war eine schöne kurvige Straße zwischen den Felsen. Das Hostal Naturaleza ist eine einfache Unterkunft, zweiter Stock ohne Aufzug. Der einzige große Mangel ist, dass Internet nicht auf dem Zimmer funktioniert. Ich sitze halt unten im Wohnzimmer und beobachte zwischendurch die erschreckenden Nachrichten über das Unwetter im Süden Spaniens.

11.9. Espinama – Pido, Las Ilces

Der Regen hat glücklicherweise gestern am Abend aufgehört. Die Wolken verhüllten aber noch immer die Gipfel und so hatte es keinen Sinn mit der Seilbahn von Fuente De nach oben zu fahren. Wir wählten lieber einen Rundwanderweg Nr. 26 Espinama – Pido – Las Ilces – Espinama. Pido ist ein Bergdorf gleich neben der Straße nach Fuente De. Der Wanderweg ist gut ausgeschildert, führte aber ein bisschen anders als auf der Karte von Mapy.cz, die wir auf dem Handy verfolgten.

In den Picos de Europa regnet es sehr viel. Die Bäume waren mit Flechten bewachsen und wir sahen viele große schwarze Nacktschnecken. Die Strecke war leicht, führte meistens auf einer Forststrasse. Unsere Wege sind oft Teile des Jacobsweges nach Santiago de Compostela, der mit der gelben Muschel gekennzeichnet ist.

Von Las Ilces führten nach Espinama zwei mögliche Wege. Ein alter von einer Stunde Dauer und ein neuer mit zwei Stunden. Wir haben den neuen gewählt.

An der Kreuzung bei der Kirche wollte unsere Karte nach links Richtung Espinama, die Markierung zeigte aber nach rechts. Wir stiegen mindestens einen Kilometer steil bergauf und warteten immer auf die scharfe Kurve nach links, die uns auf den richtigen Kurs bringt. Es kam aber keine Kurve sondern der Weg wurde gesperrt. Mit lautem Sch… gingen wir also zurück und die letzen zwei Kilometer nach Espinama auf der Strasse.

Das gute Essen und eine Flasche Rotwein haben uns dann wieder beruhigt.

10.9. Espinama – Regentag

Heute gibt es einen ganz kurzen Blogeintrag. Wir sind durch das Wetter zu einer Rast gezwungen worden. Es hat ununterbrochen den ganzen Tag geregnet. Wir haben gefaulenzt, Fotos verarbeitet, um vier gingen wir ins Restaurant im Haus zum Essen. Einerseits schade um den verlorenen Tag, anderseits haben wir die Rast auch schon gebraucht. In den Nachrichten habe ich gesehen, dass viele Regionen von Spanien das Problem mit dem Regen haben.

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